Maskentanz im Fadenkreuz ist ein Liebesthriller von Anke Becker.
Mel liegt im Sterben, weil sie auf dem Weg zu ihrem Lebensgefährten Nic, von einem Auto angefahren wurde. Mels Stimme ist sehr schwach und zittrig, doch hat sie die Kraft, Nic in dieser schweren Zeit zu trösten und den Mut, ihm die Schuld an diesem Unfall und ihrem unausweichlichen Tod zu nehmen.

Die Herausforderung für mich bestand darin, die Schwäche in Mels Stimme, aber dennoch die Stärke ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

Maskentanz im Fadenkreuz von Anke Becker
(Mel)

Transkription:

Mel: „Nic“ (piepsig, zittrig)
Nic (schreckt hoch): „Mel!“ (nimmt ihre Hand) „Du bist im Krankenhaus.“
Mel: „Ich weiß. Ich sehe das Auto vor mir.“
Nic: Mel. (wispernd)
Mel: „Alles ist gut. Bitte versprich‘ mir, dass du dir keine Schuld gibst. Bitte. Nic, versprich’ es mir.“
Nic: „Laut Polizei war es ein Unfall.“
Mel: „Versprich‘ es mir. Bitte.“ (schwach)
Nic: „Du wirst gesund werden.“ (Nic schnieft, zwingt sich zu Lächeln.) „Die Wahrscheinlichkeit liegt bei … bei …“ (Nics Stimme bricht)
Mel: „Schon gut.“ (schwach lächelnd)
Nic: „Ich hätte aufhören müssen.“ (schluchzen) „Wir hätten nie herkommen sollen. Es tut mir leid.“
Mel: „Versprich’ mir, dass du dir nicht die Schuld gibst. Ich“, (Mel kämpft um jedes Wort) „ich will, dass du glücklich wirst. Ohne mich. Zieh‘ dich nicht zurück.“
Nic: „Mel, nein! Wir werden eine Familie haben!“
Mel: „Versprich‘ es mir, bitte… Sag‘ es.“
Nic: „Wir werden gemeinsam alt. Hörst du, Mel? Glaub’ daran.“
Mel: „Ich wollte kein Opfer sein… Meine Entscheidung.“
Nic: „Mel, ich …“
Mel: „Ich bin froh“, (Mel röchelt) „dass du hier bist.“
(Nic schnieft)
Mel (sehr schwach): „Sieh’ mich an. Nic … bitte … versprich’ mir…“
Nic: „Mel?“ Pause. „Mel!“